| Beitrag vom 03.11.2007, 04:56 Uhr | Freitag gleich Zimmeraufräumtag! |
4:00 Uhr irgendwie für mich mitten in der Nacht die Augen fallen mir fast schon von alleine zu und doch sitze ich noch in einem undefinierbaren Zustand vor dem PC.
Draußen bei den Kids ist auch noch Einer auf Wanderschaft, aller Wahrscheinlichkeit drückt noch die „Kinderblase“ oder aus lauter Schlaflosigkeit wird er vor Hunger in die Küche getrieben und dies ständig vom Zimmer wieder zurück in die Küche!
Welch ein Schicksal!
Heute war mal wieder einer meiner Lieblingstage, Taschengeldauszahlung.
Wie meine Oma schon immer sagte: „Ohne Fleiß, kein Preis!“
Hier bedeutet es, bevor das Taschengeld ausgezahlt wird, muss das Zimmer gereinigt werden und wir kontrollieren das Zimmer.
An diesen Tagen habe ich immer besonders Spaß:
„Große Kinderaugen schauen einen treuherzig ins Gesicht! Mein Zimmer ist schon fertig, ich brauche nur noch zu saugen!“
„Wissende Erzieher schauen das Lämmchen aufmunternd an und eine Frage lässt das Kindergesicht erblassen! Sind auch die Fensterbretter abgewischt und unter dem Bett alle Sachen verschwunden?“
„Dann kann ich ja gleich zur Kontrolle runter kommen!“
Die Kinderaugen verändern sich schlagartig in einen versteinerten Blick, mit leisen und doch nicht überhörbaren Flüchen verlässt das Lämmchen, nun doch schon eher einem Wolf ähnlich die Bühne!
In meinem Gesicht ein Ausdruck der ewigen Wiederkehr, ja so ein Freitag ist doch immer wieder schön!
Das Ganze wiederholt sich noch fünfmal, dann kommt der große Showdown.
Auf der Bühne erscheinen meine zwei Master of Disaster, zarte 16 Jahre!
Aufräumen ist hier nun schon länger kein Diskussionsthema, sie kennen meine Art der Kontrolle und wissen, dass ich weder blind noch blöd bin.
Aber als Erzieher lässt man sich auch gerne mal was Neues einfallen!
Beide Herren haben es nicht an einem Tag meiner Abwesenheit hinbekommen pünktlich aufzustehen, ein großer Vorteil als innewohnender Erzieher bekomme ich es auch an meinen freien Tagen mit.
Nur irgendwie funktionieren Jugendgehirne anders!
Da beide in der Berufsvorbereitung sind, bestehe ich auf Pünktlichkeit am Arbeitsplatz. Sie bekommen dafür auch ein erhöhtes Taschengeld!
Große Augen schauen mich fragend bei der Frage an:
„Wie war denn deine Pünktlichkeit und Anwesenheit in der Woche? Denk bitte daran ich frage Montag nach!“
>Ich muss jetzt noch grinsen, diese Gesichter! Die reine Unschuld blickte mich suchend an!<
Meine Großen können fließend alle Schimpfwörter sprechen und sind auch sonst redegewandt, nur in diesem Augenblick kamen nur noch gestotterte Sätze aus ihrem Mund!
„Also na, ja so richtig pünktlich war ich irgendwie nicht jeden Tag da, aber ich habe immer mitgemacht!“
„Merkst du, noch was?“ war, meine spontane Antwort!
„Ja, ja!“
„Ich glaube eher nicht!“ ich musste lachen!
„An wie viel Taschengeld hast du denn so gedacht?“
Ein etwas kleinlauter Satz brachte mich zum erneuten lauten Lachen!
Ganz klar, diese Unpünktlichkeit bedeutet ganz klaren Taschengeldabzug!
Witzig an der ganzen Aktion war der Abzug von zwei Herren mit gesengtem Haupt und den vor sich hinmurmelnden Worten: „ Nächste Woche wird es besser, wirste schon sehn!“
Im Kopf war bestimmt das kleine Wörtchen (Arsch)!
Beide Jungs sind normalerweise nicht so friedfertig, sie sind Intensivstraftäter.
Am Abend habe ich den Einen mit einer Umarmung zu seinem Freund gehen lassen und den Anderen später ins Bett verabschiedet!
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