| Beitrag vom 09.11.2007, 04:12 Uhr | Verhaltensstörungen ein genetischer oder biologischer Defekt? |
Schön wäre es ja, dann wäre da endlich ein Schuldiger, den man bei Bedarf aus der Schublade ziehen kann und Ursprungsfamilien sind nicht mehr daran beteiligt!
ErzieherInnen können sich beruhigt in den Schaukelstuhl fallen lassen.
Dann braucht man nur noch zu warten, bis die Genforschung ein geeignetes Mittel entwickelt hat, um den Defekt positiv zu beeinflussen!
Was ich all den Jahren, die ich nun schon in diesem Beruf arbeite, bisher noch nicht verstanden habe, ist die Wortwahl bei vielen erzieherischen Problemen?
Ich spreche bei Verhaltensstörungen gerne von Verhaltensoriginalität, da meiner festen Überzeugung nach kein Mensch sich selber schadet.
Mit jedem Verhalten und sei es noch so fern jeglicher Norm, wird er einen Nutzen für sich ziehen.
Egal ob die Außenwelt es nun als Positiv oder Negativ einschätzt, deshalb sieht der Alkoholiker sein Suchtverhalten auch nicht von sich aus als ein Problem.
Eher wird er sich und seiner Umwelt Erklärungen für sein Verhalten liefern, die ein Suchtverhalten ausschließen!
Gewalttätiges Verhalten bei Kindern und Jugendlichen sind durch diese auch erklärbar, zumindestens aus ihrer Sicht.
Die anderen haben angefangen oder er hat es einfach verdient!
Wäre in diesem Fall nicht ein Gendefekt eine wunderbare Erklärung?
Endlich keine eigene Verantwortung mehr!!!
Natürlich ist es ohne Gendefekt mühsamer, Kinder und Jugendliche müssen mit ihrem Verhalten konfrontiert werden.
Alleingelassen werden sie zu keiner Korrektur ihres Verhalten kommen, warum auch.
Kinder und Jugendliche brauchen einen Rahmen in dem Sie lernen können, sie benötigen bedingungslose Liebe und Grenzen.
Sie wollen ernst genommen werden!
Ich hasse es wenn Erwachsene plötzlich im Zusammentreffen mit Kindern, in eine Art „Babysprache“ verfallen.
Während sie gerade noch mit normaler Stimmlage mit der Mutter gesprochen haben.
Zumal Kinder nur so Sprache gut erlernen können, wenn sie, die Wörter im normalen Alltag hören und dann ausprobieren.
Kinder lernen falsch ausgesprochene Wörter auch eher, wenn der Erwachsene das falsche Wort in einem vollständigen Satz wiederholt!
Ein Beispiel wäre:
Kind: „Die FLUGSZEUCHE fliegen aber heute SCHIEF!“
Erwachsener: „Ja, die FLUGZEUGE fliegen so TIEF, dass ich die Fenster sehn kann!“
So erfährt das Kind eine Bestätigung für seine Beoachtung, wird über den Wortfehler nicht gekränkt und erhält die positive Aufmerksamkeit.
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