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BLOG Jungle Statement von Heilpädagoge: Es gibt keine hoffnungslosen Kinder oder Jugendliche, ausser wir machen sie dazu! |
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| Beitrag vom 16.01.2009, 23:12 Uhr | MIR FEHLEN DIE WORTE |
PANORAMA
16. Januar 2009, 16:43
Kleine Kardelen wurde missbraucht und ermordet
Die seit Montag vermisste achtjährige Kardelen aus Paderborn ist einem Sexualverbrechen zum Opfer gefallen. Das Kind wurde erstickt und sexuell missbraucht. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft nach der gerichtsmedizinischen Untersuchung der Leiche mit.
Laut Polizei gibt es weder einen Tatverdächtigen noch eine heiße Spur. Eine über 50-köpfige Mordkommission ermittelt. Aus der Bevölkerung gingen mehr als 300 Hinweise ein.
Die ermordete Achtjährige war am Donnerstag am etwa 60 Kilometer von Paderborn entfernten Möhnesee im Sauerland von Spürhunden der Polizei in einer Tannenschonung entdeckt worden. Die nackte Leiche war unter Tannenzweigen versteckt. Ob der Fundort auch der Tatort ist, war zunächst unklar, ebenso wie der Todeszeitpunkt. Bereits am Vortag waren Kleider von Kardelen in der Nähe der Talsperre gefunden worden. Daraufhin wurde das weitläufige Areal an dem Stausee akribisch von Polizisten abgesucht und schließlich die Leiche entdeckt.
Sowohl in Paderborn als auch am Möhnesee verstärkte die Polizei die Ermittlungen, als es die traurige Gewissheit gab, dass die verschwundene Grundschülerin getötet wurde. Unter anderem kamen speziell ausgebildete Spürhunde zum Einsatz, die auch nach Tagen noch Fährten wittern können.
«Die schlimmsten Befürchtungen, die wir hatten, haben sich bestätigt», sagte Oberstaatsanwalt Ralph Vetter bei einer kurzen Pressekonferenz. An dem Fall arbeiten neben der Mordkommission auch Kriminaltechniker des Landeskriminalamtes (LKA) an «zahlreichen Spuren». LKA-Fallanalytiker sind eingeschaltet. «Sie beleuchten auch Zusammenhänge mit anderen Fällen», berichtete die Polizei.
Angaben über genetische Spuren oder über Zeichen der Abwehr machte die Polizei nicht. Manches werde «aus ermittlungstaktischen Gründen» nicht gesagt. Als eine «wichtige Spur» wertete der ermittelnde Staatsanwalt Vetter die Beobachtung eines Anglers, der auf der Staumauer der Möhnesee-Talsperre ein Kind in rosafarbener Jacke - wie sie Kardelen getragen hatte - gesehen hatte. Ein Hund, der dann später die Leiche des Kindes aufspürte, habe schon auf der Staumauer reagiert und angefangen zu ziehen, berichtete zudem eine Polizei- Hundeführerin.
Mit einer Trauerfeier verabschiedete sich unter großer Anteilnahme die Bevölkerung in Paderborn von Kardelen. Die Feier wurde nach islamischem Ritus von einem Imam unter freiem Himmel geleitet. Der Platz in der Moschee reichte für die vielen Trauernden nicht aus.
Der Sarg mit der Leiche des kleinen Mädchens wurde am Mittag zum Düsseldorfer Flughafen gebracht. Von dort sollte er in die Türkei geflogen werden.
Das Mädchen war am Montagnachmittag vom Spielen nicht mehr nach Hause gekommen und wurde seitdem vermisst. Zwei Tage darauf hatten zwei Spaziergängerinnen am Möhnesee im Sauerland die auffällige Kleidung Kardelens gefunden, darunter einen pinkfarbenen Anorak. Die Kleidungsstücke waren wahrscheinlich aus einem fahrenden Auto geworfen worden.
© DPA
Mir fehlen die Worte … den Eltern und Angehörigen der kleinen Kardelens mein tiefes Mitgefühl!
Ihr Leid und ihren Schmerz kann ich nur ahnen, da ich in der glücklichen Lage war mein Kind aufwachsen zusehen und mit ihm immer noch den Weg im Leben teilen darf.
Mein tiefes Beileid …
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| Beitrag vom 15.01.2009, 22:11 Uhr | Lange ist es her! |
Erst waren es nur Tage dann wurden daraus Wochen und zum Schluss Monate!
Damit es nun nicht auch noch Jahre werden heute die ersten Zeilen und dann versprochen folgt wieder regelmäßig ein Eintrag!
Kurzer Rückblick:
2008 wurde es richtig verrückt wir haben 8 Jugendliche von April bis jetzt zum 31.12. betreut, davon zwei in angemieteten Wohnungen!
Was für ein Stress, ständig unterwegs und doch nirgendwo richtig am Jugendlichen. Zu mindestens war das mein überwiegendes Gefühl.
Trotzdem ich ständig auf der Überholspur war, sind doch Erfolgserlebnisse zu vermelden.
Einer der „Großen“ hat es tatsächlich geschafft eine dreijährige Ausbildung zuerhalten und er hat tatsächlich die Probezeit bestanden!
Aber damit alles hübsch in der Waage bleibt, ist der andere nicht ein Stück weiter, also immer noch ohne Job!
Wenn ich ihn frage was willst du machen, kommt immer ein sympathisches und freundliches Achselzucken!
Aber nun bin ich nicht mehr zuständig, der junge Mann wohnt jetzt im betreuten Einzelwohnen und da sind dann andere Kollegen für zuständig!
Nun gut, den anderen betreue ich im Einzelwohnen weiter, er ist einfach zu aggressiv! Die Kollegen haben alle abgewunken, na ja sind ja nur noch zwei Monate dann ist das „Schätzchen“ volljährig!
So, nun ist die Wohngruppe wieder auf sechs Kinder und Jugendliche geschrumpft. Aber morgen kommt schon der Siebente!
Wie gesagt es kommen noch weitere Einträge, weil sieben Jugendliche ist ja normal Besetzung!
Dann stelle ich auch irgendwann mal zwei zusätzliche Bewohner vor, diese leben ständig in der Wohngruppe!
Sie werden auch einfach nicht volljährig!
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| Beitrag vom 09.04.2008, 14:17 Uhr | Was ist ein Kind wert??? |
Erziehungscamp in den USA, sich durchboxen in Deutschland, Justizvollzugsanstalt in den Heimatstädten, geschlossene Unterbringung in der Hasenburg und die Frage nach einem Ende der Fahnenstange noch lange nicht in Sicht!
Wieder Babyleichen im Gebüsch gefunden und irgendwo in Deutschland hungert ein Kind in diesem Augenblick an Leib und / oder Seele!
Im gerade laufenden Prozess gegen eine junge Mutter, die ihr Kind elendiglich verhungern ließ, ging es den Hunden richtig gut!
Die Frage, die sich mir dabei stellt: „Funktioniert der Tierschutz in Deutschland besser, als der Kinderschutz?“
Zumal die Schlagzeilen und die Verfolgung bei dem Tierparkleiter, wegen dem Mord an drei Katzen intensiver geführt wird!
Während kaum ein Mensch davon Notiz nimmt, dass Kinder und Jugendliche auch in sozialpädagogischen Einrichtungen gequält, erniedrigt oder sexuell ausgebeutet werden!
Oder haben Sie etwas in der Zeitung gelesen oder im Fernsehen gesehen?
Kollegen kommen fast ungeschoren davon mit geringen, um nicht zusagen lächerlichen Geldstrafen!
Oft werden ihre Taten erst nach ihrer eigenen Kündigung unter den Kollegen besprochen, davor hat sich jeder um die Auseinandersetzung gescheut!
Was ist mit uns nur los?
Wieso sind wir nicht in der Lage unsere Kinder und Jugendlichen ausreichend zu schützen und das nicht erst, wenn das Kind schon tot ist?
Wie helfen wir Kindern und Jugendlichen, die in der Schule dem Machtmissbrauch und Mobbing von Lehrkräften ausgesetzt sind?
Durch meine tägliche Arbeit erlebe ich immer wieder inkompetente Lehrkräfte, die auch noch von ihren Kollegen aus falsch gemeinter Solidarität geschützt werden.
Mir geht es dann wie den Eltern ich fühle mich hilflos und ohnmächtig.
Selbst bei dem Versuch einen Sachverhalt von körperlicher Gewalt aufzuklären, wurde ich von der Schulleitung und der Stellvertreterin nur vorgeführt.
Der beschuldigte Lehrer stritt den Sachverhalt ab und rechtfertigte sich damit, dass er schon einmal unberechtigterweise eine Geldstrafe, wegen einer ähnlichen Sache, hat zahlen müssen!
Somit war der Fall erledigt!
Eins hat es wenigstens erbracht, der Lehrer ist gewarnt und lässt den Jugendlichen jetzt in Ruhe!
Oft verstehe ich die Welt nicht mehr, die Mutter, die ihre Tochter hat, verhungern lassen, aber ihre Hunde umsorgt und gepflegt hat. Hofft auf Gnade und ihr Vater ebenfalls!
Sind wir in unsere Wegwerfgesellschaft wirklich schon soweit gesunken?
Alles lässt sich schon irgendwie ersetzten!
Kinder brauchen Schutz und Halt durch uns Alle!!
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| Beitrag vom 09.04.2008, 13:23 Uhr | Kaum noch Zeit für mich! |
Dokumentation ein Übles muss in der täglichen Arbeit!
Es ist zum Haare ausreißen, täglich ist man allein mit nun 8 Jugendlichen, obwohl wir eigentlich nur für 7 Jugendliche ausgerichtet sind.
Na, ja meine Kollegin darf jetzt voll arbeiten, bei sieben hat sie nur eine 0,7 Stelle, aber was nutzt es mir wenn sie nun ständig krankgeschrieben ist?
Manchmal frage ich mich still und leise, was ist mit den jungen Leuten nur los?
Sie ist 22 Jahre alt und ständig krank und Pünktlichkeit ist auch ein Fremdwort für sie!
Ich bin in der Zwischenzeit schon 50 Jahre alt, aber solche Schwachheiten wie Unpünktlichkeit oder ständig vorgeschobene Krankheiten sind mir fremd und ich stehe zum Glück nicht alle da.
Mein Kollege der ein paar Jahre jünger ist auch wesentlich stabiler, er hält sich durch Sport fit.
Zumal wir Erwachsenen ein Vorbild für diese Kinder und Jugendlichen darstellen!
Wie will ich sonst einem Jugendlichen erklären, dass er pünktlich auf seiner Arbeit oder in der Schule erscheinen soll, wenn ich selber ständig zu spät komme?
09.04.08
Das mit der jungen Kollegin hat sich in der Zwischenzeit auch erledigt, sie ist raus!
Ich hasse es ja anderen Menschen zu sagen, dass die Probezeit leider nicht bestanden ist, aber bei soviel Unzuverlässigkeit geht es nicht anders.
Wir haben nun ständig für sie mitgearbeitet, dem entsprechend war es mir auch nicht mehr möglich mich um meinen Blog oder andere private Dinge zu kümmern.
Gerade als Innewohnender ist es aber besonders wichtig, nicht die eigenen Dinge aus den Augen zu verlieren.
Zumal die Eltern, die Jugendämter und die Jugendlichen ständig der Meinung sind, dass ich immer zur Verfügung stehn muss.
Also jederzeit verfügbar bin!
Besonders wenn ich mir meinen Blog ansehe, es ist als wäre ich Alleinerziehend! Für nichts mehr Zeit!
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| Beitrag vom 25.11.2007, 02:59 Uhr | Was mich diese Woche sprachlos und maßlos geärgert hat!!! |
Was mich in dieser Woche maßlos geärgert hat und mich hilflos macht!
In Deutschland verhungern immer wieder Kinder oder werden brutal misshandelt.
Die zuständigen Jugendämter haben angeblich alles richtig gemacht!
Welch ein selbstgefälliges Urteil!
In meiner täglichen Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen merke ich doch die Einsparungsmaßnahmen deutlich!
Zusätzliche notwendige Leistungen stelle ich am besten um die Weihnachtszeit, denn da müssen die Jugendämter die Gelder ausgegeben haben!
Ansonsten gibt es im nächsten Jahr die eingesparte Summe weniger und das eingesparte Geld muss auch noch zurückgezahlt werden!
Also wird den Mitarbeitern im Jugendamt dann „großzügig“ erlaubt die Gelder auszugeben.
Wobei ich hier erwähnen möchte, dass es nicht der einzelne SozialarbeiterInnen ist!
Diese müssen in Großteams jede Jugendhilfemaßnahme rechtfertigen und verteidigen.
Jeder KollegeInn in diesem Großteam hat natürlich seine eigenen dringenden Fälle im Kopf und jeder kennt das Budget.
Im Fernsehen sieht man dann immer die „besorgten“ Gesichter von den Amtsleitern und diese kennen die Miesere sehr genau!
Zumal in dem Fall des kleinen Mädchens die Großeltern mehrmals das Jugendamt informiert haben und um Hilfe gebeten haben.
Mich macht das Ganze nur noch sprachlos und traurig!
Wie viele Kinder müssen noch in einem „Wohlfahrtsstaat“ sterben, bevor sich etwas Grundlegendes ändert?
Zumal wir in der gleichen Zeit zu einem Spendenmarathon aufgerufen werden.
Nicht nur in der Dritten Welt verhungern wie gesagt Kinder, sondern direkt vor unserer Haustür!
Kinder werden hinter verschlossenen Türen körperlich misshandelt, psychisch und sexuell missbraucht.
Amtsleiter sollten bei Missachtung und nicht mehrmaliger Kontrollen von Anzeigen durch Nachbar, Angehörige oder sonstige Personen, persönlich zur Rechenschaft gezogen werden!
Was nützt es, wenn man die Eltern danach vor Gericht gestellt werden, wenn man vorher das Schlimmste hätte verhindern können?
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| Beitrag vom 09.11.2007, 04:12 Uhr | Verhaltensstörungen ein genetischer oder biologischer Defekt? |
Schön wäre es ja, dann wäre da endlich ein Schuldiger, den man bei Bedarf aus der Schublade ziehen kann und Ursprungsfamilien sind nicht mehr daran beteiligt!
ErzieherInnen können sich beruhigt in den Schaukelstuhl fallen lassen.
Dann braucht man nur noch zu warten, bis die Genforschung ein geeignetes Mittel entwickelt hat, um den Defekt positiv zu beeinflussen!
Was ich all den Jahren, die ich nun schon in diesem Beruf arbeite, bisher noch nicht verstanden habe, ist die Wortwahl bei vielen erzieherischen Problemen?
Ich spreche bei Verhaltensstörungen gerne von Verhaltensoriginalität, da meiner festen Überzeugung nach kein Mensch sich selber schadet.
Mit jedem Verhalten und sei es noch so fern jeglicher Norm, wird er einen Nutzen für sich ziehen.
Egal ob die Außenwelt es nun als Positiv oder Negativ einschätzt, deshalb sieht der Alkoholiker sein Suchtverhalten auch nicht von sich aus als ein Problem.
Eher wird er sich und seiner Umwelt Erklärungen für sein Verhalten liefern, die ein Suchtverhalten ausschließen!
Gewalttätiges Verhalten bei Kindern und Jugendlichen sind durch diese auch erklärbar, zumindestens aus ihrer Sicht.
Die anderen haben angefangen oder er hat es einfach verdient!
Wäre in diesem Fall nicht ein Gendefekt eine wunderbare Erklärung?
Endlich keine eigene Verantwortung mehr!!!
Natürlich ist es ohne Gendefekt mühsamer, Kinder und Jugendliche müssen mit ihrem Verhalten konfrontiert werden.
Alleingelassen werden sie zu keiner Korrektur ihres Verhalten kommen, warum auch.
Kinder und Jugendliche brauchen einen Rahmen in dem Sie lernen können, sie benötigen bedingungslose Liebe und Grenzen.
Sie wollen ernst genommen werden!
Ich hasse es wenn Erwachsene plötzlich im Zusammentreffen mit Kindern, in eine Art „Babysprache“ verfallen.
Während sie gerade noch mit normaler Stimmlage mit der Mutter gesprochen haben.
Zumal Kinder nur so Sprache gut erlernen können, wenn sie, die Wörter im normalen Alltag hören und dann ausprobieren.
Kinder lernen falsch ausgesprochene Wörter auch eher, wenn der Erwachsene das falsche Wort in einem vollständigen Satz wiederholt!
Ein Beispiel wäre:
Kind: „Die FLUGSZEUCHE fliegen aber heute SCHIEF!“
Erwachsener: „Ja, die FLUGZEUGE fliegen so TIEF, dass ich die Fenster sehn kann!“
So erfährt das Kind eine Bestätigung für seine Beoachtung, wird über den Wortfehler nicht gekränkt und erhält die positive Aufmerksamkeit.
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| Beitrag vom 03.11.2007, 04:56 Uhr | Freitag gleich Zimmeraufräumtag! |
4:00 Uhr irgendwie für mich mitten in der Nacht die Augen fallen mir fast schon von alleine zu und doch sitze ich noch in einem undefinierbaren Zustand vor dem PC.
Draußen bei den Kids ist auch noch Einer auf Wanderschaft, aller Wahrscheinlichkeit drückt noch die „Kinderblase“ oder aus lauter Schlaflosigkeit wird er vor Hunger in die Küche getrieben und dies ständig vom Zimmer wieder zurück in die Küche!
Welch ein Schicksal!
Heute war mal wieder einer meiner Lieblingstage, Taschengeldauszahlung.
Wie meine Oma schon immer sagte: „Ohne Fleiß, kein Preis!“
Hier bedeutet es, bevor das Taschengeld ausgezahlt wird, muss das Zimmer gereinigt werden und wir kontrollieren das Zimmer.
An diesen Tagen habe ich immer besonders Spaß:
„Große Kinderaugen schauen einen treuherzig ins Gesicht! Mein Zimmer ist schon fertig, ich brauche nur noch zu saugen!“
„Wissende Erzieher schauen das Lämmchen aufmunternd an und eine Frage lässt das Kindergesicht erblassen! Sind auch die Fensterbretter abgewischt und unter dem Bett alle Sachen verschwunden?“
„Dann kann ich ja gleich zur Kontrolle runter kommen!“
Die Kinderaugen verändern sich schlagartig in einen versteinerten Blick, mit leisen und doch nicht überhörbaren Flüchen verlässt das Lämmchen, nun doch schon eher einem Wolf ähnlich die Bühne!
In meinem Gesicht ein Ausdruck der ewigen Wiederkehr, ja so ein Freitag ist doch immer wieder schön!
Das Ganze wiederholt sich noch fünfmal, dann kommt der große Showdown.
Auf der Bühne erscheinen meine zwei Master of Disaster, zarte 16 Jahre!
Aufräumen ist hier nun schon länger kein Diskussionsthema, sie kennen meine Art der Kontrolle und wissen, dass ich weder blind noch blöd bin.
Aber als Erzieher lässt man sich auch gerne mal was Neues einfallen!
Beide Herren haben es nicht an einem Tag meiner Abwesenheit hinbekommen pünktlich aufzustehen, ein großer Vorteil als innewohnender Erzieher bekomme ich es auch an meinen freien Tagen mit.
Nur irgendwie funktionieren Jugendgehirne anders!
Da beide in der Berufsvorbereitung sind, bestehe ich auf Pünktlichkeit am Arbeitsplatz. Sie bekommen dafür auch ein erhöhtes Taschengeld!
Große Augen schauen mich fragend bei der Frage an:
„Wie war denn deine Pünktlichkeit und Anwesenheit in der Woche? Denk bitte daran ich frage Montag nach!“
>Ich muss jetzt noch grinsen, diese Gesichter! Die reine Unschuld blickte mich suchend an!<
Meine Großen können fließend alle Schimpfwörter sprechen und sind auch sonst redegewandt, nur in diesem Augenblick kamen nur noch gestotterte Sätze aus ihrem Mund!
„Also na, ja so richtig pünktlich war ich irgendwie nicht jeden Tag da, aber ich habe immer mitgemacht!“
„Merkst du, noch was?“ war, meine spontane Antwort!
„Ja, ja!“
„Ich glaube eher nicht!“ ich musste lachen!
„An wie viel Taschengeld hast du denn so gedacht?“
Ein etwas kleinlauter Satz brachte mich zum erneuten lauten Lachen!
Ganz klar, diese Unpünktlichkeit bedeutet ganz klaren Taschengeldabzug!
Witzig an der ganzen Aktion war der Abzug von zwei Herren mit gesengtem Haupt und den vor sich hinmurmelnden Worten: „ Nächste Woche wird es besser, wirste schon sehn!“
Im Kopf war bestimmt das kleine Wörtchen (Arsch)!
Beide Jungs sind normalerweise nicht so friedfertig, sie sind Intensivstraftäter.
Am Abend habe ich den Einen mit einer Umarmung zu seinem Freund gehen lassen und den Anderen später ins Bett verabschiedet!
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| Beitrag vom 02.11.2007, 02:51 Uhr | Was ist ein innewohnender Erzieher? |
Oft werde ich gefragt was machst du denn als innewohnender Erzieher?
Die einfache Antwort wäre: „Alles, was rund um die Erziehung möglich ist, aber auch die gesamte Versorgung vom Lebensmitteleinkauf zum Essen kochen bis hin zum Zahnarztbesuch.
„Na, ja das machen wir im Schichtdienst doch auch! Also was ist denn nun der tatsächliche Unterschied zwischen dem Erzieher im Schichtdienst und dir als innewohnender Erzieher?“
„Ich wohne dort, also teile ich mit den Kindern und Jugendlichen mein Leben, ich habe zwar auf dem Dienstplan frei bin aber trotzdem für die Kids erreichbar und ansprechbar!
In Krisensituationen greife ich aktiv in die Situation mit ein und unterstütze meine Kollegen, während ich in meinen Dienstzeiten alleine im Haus bin.
Die Beziehungen zu den Kindern und Jugendlichen sind dadurch intensiver.
Zum anderen nehmen die Kinder und Jugendlichen intensiv an meinem Leben teil.“
Die Arbeitszeiten darf man nicht nachrechnen, aber da bin ich Gott sei dank nicht alleine, meinen Kollegen geht es nicht anders. Nur können diese nach getaner Arbeit nach Hause gehen und dort abschalten.
Ich musste mich erst einmal daran gewöhnen, mir sogenannte Freiräume zu schaffen, also Hobbys intensiv in meiner Freizeit zu pflegen. Auch wenn daran Jugendliche teilnehmen.
Sozusagen ein Stück innere Distanz!
Es gibt Tage da hasse ich es, nach drei Stunden Schlaf und der Tag nimmt kein Ende, eine Katastrophe jagt die Nächste und von Außen kommen immer weitere Forderungen.
Dann weiß ich oft abends nicht mehr, wo mir der Kopf steht!
Aber einer alleinerziehenden Mutter geht es genauso und sie steht wortwörtlich allein im Erziehungsalltag.
Ich habe den Vorteil, dass ich mich mit Kollegen und anderen Fachkräften beraten kann.
Die Tage an denen ich diese Arbeit gerne machen überwiegen!
Oft werde ich gefragt, was für mich dabei herausspringt?
Ganz ehrlich die Bezahlung ist es nicht!
Aber ich kann durch meine Arbeit die Welt durch die Augen der Kinder und Jugendlichen sehn und immer wieder neu erfahren!!! :-)
Wer kann das schon von seiner Arbeit behaupten und erleben?
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| Beitrag vom 02.11.2007, 00:40 Uhr | Schwarzes Loch Internet |
Mein gesamter Text ist irgendwie in den Tiefen des Internets verschwunden!
Stundenlange Gedanken einfach vom schwarzen Loch des Netzes verschluckt! :-(
Geschrieben stand dort, was ein innewohnender Erzieher ist. Ich bin frustriert und gleichzeitig wütend!
Jetzt fällt mir natürlich der gesamte Text nicht mehr ein und ihn noch einmal aufschreiben habe ich keine Lust!
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| Beitrag vom 01.11.2007, 01:41 Uhr | Zu mir! |
Ich bin seit 1982 Erzieher in verschiedenen Einrichtungen der Kinder und Jugendhilfe.
In der täglichen Arbeit fehlten mir als Erzieher sogenanntes Handwerkszeug, also absolvierte ich eine Heilpädagogenausbildung, seit 1998 bin ich staatlich anerkannter Heilpädagoge.
In der Regel arbeite ich mit verhaltensorginellen Kindern und Jugendlichen! Normalerweise sprechen die Fachkräfte von Verhaltensstörungen. Ein Begriff der mich schon immer gestört hat, mit Verhaltensweisen versuchen Kinder und Jugendliche nur die besondere Aufmerksamkeit zu erreichen.
Seit 2004 arbeite ich als innewohnender Erzieher.
Das bedeutet ich lebe und arbeite mit 7 Kindern und Jugendlichen im Alter von 13 bis 16 Jahren in einer therapeutischen Wohngruppe.
Wir arbeiten in einem Team von 2,7 Fachkräften. Dreimal in der Woche kommt noch eine Hauswirtschaftskraft ins Haus. Unterstützt werden wir von einer Psychologin.
Durch meine ständige Anwesenheit haben die Kinder und Jugendlichen einen sehr intensiven Kontakt zu mir als Erzieher.
Durch intensive Elternarbeit bleibt der Kontakt zur Familie erhalten und auch verbessert.
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